Tai Chi Chuan


Yang Luchan 楊露禪  1799 † 1873

Yang Luchan 楊露禪 1799 † 1873


  • TCC stammt ursprünglich aus alten Heil- u. Atemübungen der TCM u. steht in Verbindung mit der fernöstlichen Kampfkunst Bewegungsästhetik des Sanften und Grazilen (Fazination u. Anregung zum Erlernen von TCC)
  • TCC ist ein Weg, der entsteht, wenn man ihn geht
  • TCC ist eine bestimmte Zugangsweise zur Welt (alter, sorgfältig ausgearbeiteter, traditioneller Weg sich dem Tao zu nähern)
  • TCC ist ein ganzheitlicher Erkennungsprozeß des Menschen (Reifungsprozeß) Der geistig-seelischer Reifungsweg führt den Übenden zurück zu seiner inneren Natur, seinem Wesen, und somit zurück zum Ganzen
  • TCC – Üben ist das Bauen einer Brücke zwischen Körper u. Geist (Vernetzung körperl. u. geistiger Seinsqualität = Bewusstwerdung des eigenen Wesenskern)
  • TCC ist eine aufdeckende Arbeit am eigenen Leibe (Gesellschaftliche Zwänge führen zu muskulären Dysbalancen und zu Veränderungen des Skelettsystems) => Muskelverpanzerungen, Wirbelsäulenverformungen, Gelenkfehlstellungen
  • Die TCC-Haltung im Stehen oder in der Bewegung ist eine stolze, befreite Haltung (Selbstbewusstheit)
  • TCC arbeitet sehr langsam u. sanft
  • Jeder muß letztlich sein eigener Gesundheitswissenschaftler sein und herausfinden, wie das TCC auf ihn selbst wirkt (Wissenschaft als subjektive Teilhabe)
  • TCC hat einen sanften u. schonenden Einfluß auf Herz/Kreislauf (Vergleichbar mit schnellem Gehen). Regelmäßiges Üben = stärkere Physis u. im kardiovaskulären System verbesserte Gesundheitswerte. !!!!! Insbesondere ältere Menschen !!!!!
  • Selbst als rückenfreundliches Übungssystem. heißt es nicht, daß damit nun ein gesunder Rücken zeitlebens gesichert sei (z.B psychosomatische Ursachen, chron. Erkrankungen etc.)

Stellung:

  • Eingesunkene Stellung = isometrische (Spannungsänderung der Muskeln bei gleichbleibender Länge) Kräftigung der Bein-, Gesäßmuskeln u. der Hüftstrecker
  • Knie über Fußspitze = gleichmäßige u. möglichst breitflächige Druckverteilung im Kniegelenk
  • Beckenaufrichtung = Bauchmuskulaturentlastung dadurch ungestörte Zwerchfellaktivität ermöglicht tiefe Bauchatmung
  • Schulterlösen = Entspannung, mit der Vorstellung, die Schultern treiben auseinander
  • Kinn anziehen = verkürzte Kopfstrecker werden leicht gedehnt
  • Beachte!!! = TCC spricht die schräge Bauchmuskulatur u. Rückenstrecker kaum an, deshalb zusätzliche Qigong-Übungen (z.B. Eine so schön …)
  • Schaukelschritt = Hüftgelenkstabilisierende Muskeln aktiviert, keine Scherkräfte im Knie, Spannungszunahme und -abnahme im Oberschenkel ist dynamisches Krafttraining, Verbesserung in der Versorgung der Gelenkknorpel
  • Oberen Extremitäten = Rundheit in der Bewegungsausführung lässt eine verbesserte Gelenkbeweglichkeit in Hand-, Ellenbogen- und Schultergelenk erwarten
  • Ballhaltung = führt zum Ausgleich muskulärer Dysbalancen der Brust- u. oberen Rückenmuskulatur
  • Einbeinstand = Verbesserung u. Verfeinerung des neuromuskulären Zusammenspiels
  • Zeitlupenhafte Bewegung = stärkt vegetatives Nervensystem (parasympathische Reaktion)

Kurzform nach Meister Ding Teah Chean

Die Yang-Stil Kurzform nach Meister Ding Teah Chean besteht aus neunzehn Bewegungsbildern, und ist wesentlich einfacher und schneller zu erlernen, als die lange Form. Sie benötigt in ihrer Ausführung lediglich zwischen drei bis fünf Minuten, je nach Geschwindigkeit, und nimmt auch nicht den (räumlichen) Platz ein, den die lange Form erfordert. Dabei enthält die Kurzform alle wichtigen Kernsequenzen der langen Form, teilweise nur anders angeordnet. Die Bewegungen sind an sich jedoch gleich, so dass keine einzige Bewegung umsonst gelernt ist, wenn man sich entschließt, intensiver ins Tai Chi Chuan einzusteigen und die Form zu erlernen – im Gegenteil, die Kurzform ist die beste Vorbereitung dafür.

In allen Anfängergruppen sollte zunächst die Kurzform unterrichtet werden. Zusammen mit anderen Übungsbereichen Qigong, Taoistische Gesundheitsübungen, Zhan Zhuan (Baumstehen), Meditation, Selbstmassage, Lockerungsübungen und Partnerübungen – die sich gegenseitig in ihrer Wirkung ergänzen – ist ein guter Einstieg ins Tai Chi Chuan gewährleistet. Alle vermittelten Prinzipien von Körperhaltung, Selbstwahrnehmung, Atmung und geistiger Konzentration sind in jedem Übungsbereich gleichermaßen gültig; sie machen die eigentliche Qualität des Tai Chi Chuan aus. Mit der Kurzform ist es früh möglich erste Erfolge des Übens zu bemerken.

Kurzform nach Meister Ding Teah Chean

Lange Yang-Form

Die lange Form nach Meister Yang Cheng Fu beinhaltet 108 Folgen aufgeteilt in drei Abschnitte. Sie dauert je nach Bewegungstempo ca. 20 bis 40 Minuten.    Die drei Teile der Form wurden aus philosophischen Gründen wie folgt benannt:

 1.  Teil Erde-Form
Durch die Erde-Form entwickelt der Praktizierende einen stabilen Stand und kräftigt seinen Rücken.

2.  Teil Himmel-Form
Durch die Himmel-Form entwickelt der Praktizierende einen leichten Gang und die Koordination des Einbeinstandes ohne den Bewegungsfluss zu unterbrechen.

3. Teil Mensch-Form
Durch die Mensch-Form entwickelt der Praktizierende die Fertigkeit in der Hüfte (Kua) einzusinken und erweitert durch tiefausgeführte Bewegungsbilder die vorherigen Formen.

Die 108er Tai Chi Langform im Yangform

Snake Form

Die Cheung Kuen Se Ying Long Fist Snake Form wurde von Großmeister Ip Tai Tak aus der Fast Form entwickelt, um die innere Energie zu komprimieren, die äußere Bewegung hingegen klein zu halten, wodurch die Anwendung als hochpotente Kampfkunst ermöglich wird.

太极蛇形 Snakeform mit Bild

Schwert Form

Die Yang Tai Chi-Schwertform “Friedliches Schwert”  wird etwas schneller und dynamischer als die Faustform ausgeführt. Der Praktizierende erfährt durch den Umgang mit dem Schwert eine Verlängerung des Leiblichen, womit durch kontinuierliches Üben, sein Geist erweitert und geklärt wird. Weiterhin wird die Fähigkeit geweckt, schneidend und trennend – und damit verändernd – in die Welt einzugreifen.

Yang Style Tai Chi Sword Form

Säbel Form

Die Säbel-Form ist kürzer als die Schwertform und wird noch schneller ausgeführt. Diese Form bedarf einer gewissen Körperkraft, da tiefe Ausführung, häufiger Richtungswechsel und sehr kurze, dynamische Aktionen praktiziert werden. Der einschneidige, gekrümmte Säbel liegt schwer in der Hand und führt in der Bewegung den Übenden.

Die Säbelform des Yang-Stils

Fächer – Fei Hong Shan

Diese Tai Chi-Fächerform ist vielfältig und voller schöner Bewegungen. Dieses “Eisen- Lineal”, so wird der Fächer häufig bezeichnet, wurde früher von Frauen als Waffe benutzt, da für sie der Waffenumgang verboten war. Deshalb wurde der Fächer in den alten Geschichten von den Kämpfern als “hinter einem Lächeln versteckte Gefahr” bezeichnet. „. In alten Zeiten waren scharfe Messerspitzen unter dem Tuch versteckt. Beim öffnen des Fächers konnte man dem Gegner immense Verletzungen zufügen. Auch beim geschlossenen Fächer, die zum Teil aus Metall bestanden, konnte man dem Gegner durch Schläge und Stöße verletzen. Das Bewegungstempo kann so langsam wie in den TCC-Faustformen ausgeübt werden, jedoch soll der Charakter einer Kampfkunst erhalten bleiben unter Berücksichtigung der Prinzipien von Angriff und Verteidigung. Normalerweise wird die Fächerform jedoch dynamisch gespielt.

Die Regenbogenfächer Form

Stock Form

Der Gebrauch des Langstockes (Gun) im Yang Tai Chi Chuan geht auf den legendären Begründer des Yang Stiles selbst zurück. Yang Lu Chan verstand es den Langstock meisterlich zu führen. Der Langstock symbolisiert den chinesischen Drachen. Die Länge ist über Kopfhöhe (160 cm bis 220 cm) und das Material für den Langstock ist häufg aus Weiß-Wachs-Holz. Das Üben und Spielen mit dem Übungsgerät Langstock fördert die Entwicklung von Kraft, Flexibilität, Geschicklichkeit und eine bewusste Erweiterung des Leiblichen. Die Wahrnehmung von Körper und Raum wird verbessert, das Gewicht des Langstockes und die spiralförmigen Bewegungen mit diesem, dehnen und strecken den Körper. Es kommt zu einer nennenswerten Kräftigung von Rumpf-und Rückenmuskulatur, aber auch von Hände, handgelenke und Unterarme.

Die traditionellen 68er Langstock