Erholsamer Schlaf


Eine chinesische Weisheit besagt:
Im Frühling und Sommer später zu Bett gehen und früh aufstehen.
Im Herbst früh schlafen gehen und früh aufstehen.
Im Winter früh schlafen gehen und spät aufstehen.
„Guter Schlaf braucht warme Füße und einen kalten Kopf“
„Das Kopfkissen sollte sorgenfrei sein“

Im alten China betrachteten die Menschen schlafen als das beste Rezept für einen gesunden Körper. Es hieß, schlafe man eine Nacht nicht, so würde der Körper hundert Tage damit kämpfen. Nach der Lehre der Traditionellen chinesischen Medizin (TCM) schadet zu später Schlaf dem Gallen-Qi. Im schlimmsten Fall kann dies sogar zu Depressionen führen. Nach dem ältesten chinesischen Medizin-Werk „Huang Di Nei Jing”, dem „Buch des Gelben Kaisers zur Inneren Medizin”, hat das Gallen-Qi einen großen Einfluss auf das Qi anderer menschlicher Organe. Die Gallenblase hat ihr Qi-Maximum zwischen 23 und 1 Uhr. Das Gallen-Qi wird im Schlaf genährt. Wer in diesem Zeitraum noch wach ist, schwächt also sein Gallen-Qi.

Im alten China wurde der Tag in zwölf Doppelstunden eingeteilt, beginnend mit der Doppelstunde Zishi zwischen 23 und 1 Uhr und endend mit Haishi zwischen 21 bis 23 Uhr. Benannt wurden die Doppelstunden nach den zwölf Tierkreiszeichen, d.h. jeder Tageszeit war ein Tier zugeordnet.

Demnach ist nach der TCM die idealste Schlafzeit zwischen Haishi und Yinshi. Dass heißt man sollte zwischen 21 und 23 ins Bett gehen und zwischen 3 und 5 Uhr wieder aufstehen. Denn zwischen 21 und 23 Uhr hat die Sanjiao-Leitbahn, Gallenblasen-Leitbahn, ihr Qi-Maximum. Der Schlaf zu dieser Zeit dient dem Nähren der verschiedenen Energieleitbahnen des menschlichen Körpers.
Bei einer Untersuchung verschiedener alt gewordener Menschen wurde festgestellt, dass sie eines gemein hatten: Sie alle gingen zwischen 21 und 23 Uhr ins Bett, um während Yinshi, zwischen 3 und 5 Uhr wieder aufzustehen. Heute folgt in China kaum noch jemand diesem Schlafrhythmus. Das ist unter anderem ein Grund, warum heutzutage immer weniger Menschen frisch und gesund aussehen.

Neben dem Schlafrhythmus, gilt es nach der TCM auch noch ein paar weitere Regeln für geruhsame Stunden zu beachten. Dazu gehört auch die richtige Größe des Schlafzimmers. Dieses darf nach alter Lehre nicht zu groß sein, damit die Yang-Energie nicht zerstreut wird. Ferner sollen alle Türen geschlossen gehalten werden und kein Ventilator oder eine Klimaanlage in Betrieb sein. Denn während des Schlafens bildet sich auf der Oberfläche des menschlichen Körpers eine Schicht der Yang-Energie. Sollte diese Energieschicht zerstreut werden, muss eine neue erzeugt werden. Dies schadet der menschlichen Yang-Energie. Nicht direkt am offenen Fenster zu schlafen um Zug zu vermeiden. Das Bett sollte relativ hart und das Kissen fest und kühlend sein. Es sollte kein Spiegel im Schlafzimmer sein, um Schlafstörungen zu vermeiden. Die Decke sollte nicht zu dünn sein. Das Schlafzimmer kühl halten. Möglichst auf der rechten Seite oder auf dem Rücken schlafen, um das Herz zu entlasten und die Verdauung zu verbessern.

Die Zeitspanne Yinshi, 3 bis 5 Uhr morgens also, ist Beginn eines Tages. Mit dem Erwachen von Himmel und Erde erwacht auch der menschliche Körper, da nach chinesischer Ansicht der Mensch und die Natur eine harmonische Einheit bilden. Wenn die Natur wach ist und der Mensch weiter schläft, entsteht eine Disharmonie zwischen Mensch und Natur, was der Gesundheit schadet.

Zu spät zu schlafen schadet der körperlichen Yang-Energie, wie auch zu spät aufzustehen. „Doppelschlacht” ist die Bezeichnung für den großen Verlust der Yang-Energie. Deshalb sollte man früh aufstehen, selbst wenn man zu spät ins Bett gekommen ist, um eine Doppelschlacht zu vermeiden. In diesem Fall ist ein Mittagsschlaf empfehlenswert.